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SOMMERTAG IN KANGASALA

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DIE GESCHICTE DES LANDESLIEDES DER PIRKANMAA - REGION

SOMMERTAG IN KANGASALA
(ICH SCHWANKTE IM HOHEN WIPFEL)
- die Geschichte eines Landesliedes


Es kam einmal ein Mann und schrieb ein Gedicht von einem Vogel,
der hoch im Baum sitzt und singt.
Dann machte ein anderer Mann ein Lied aus jenem Gedicht.
Das Lied wurde sehr schön und beliebt.
Dies geschah in Kangasala. Es war Sommer.

Ich kann Ihnen von einem Jungen erzählen,
der von den Landschaften in Kangasala begeistert war.
Als er als Erwachsener in diese Gegend zurückkehrte
schrieb er ein Gedicht und veröffentlichte es in seiner Zeitung.
In dem Gedicht besingt ein kleiner Vogel die Schönheit, die er sieht.

Zehn Jahre vergingen, nachdem das Gedicht entstanden war.
Ein Komponist besuchte die Gegend von Kangasala.
Im nächsten Winter bekam der Text eine Melodie.
Aus dem Gedicht wurde ein Lied.
Das Lied wurde schön, berührend
und es wurde viel gesungen.

Zuerst wurde das Lied auf Schwedisch gesungen.
Dann wurde es ins Finnische und in andere Sprachen übersetzt.
Der Text und die Noten des Liedes verbreiteten sich schnell
und sie wurden in vielen Liederbüchern gedruckt.

Besonders häufig wurde es in Schulen gelehrt und gesungen.
Auch heute gehört es ins Programm zahlreicher Musiker und Sänger. Vielen gefallen besonders seine Klaviervariationen und deren Stimmungen.
Am stärksten wirkt dieses Lied jedoch gemeinsam gesungen.

Meistens werden von ”Sommertag in Kangasala”
nur die erste, fünfte und sechste Strophe gesungen.
So sind die zweite, dritte und vierte Strophe des Gedichts fast in Vergessenheit geraten.

Ob es Zufall war oder Vorsehung, so wurden alle sechs Strophen eines Tages
auf den Anfangsseiten eines alten Heimatkunde-Schulbuchs gefunden.
Dann kamen tausend Musiker und Sänger in der Kangasala-Kirche zusammen
um dort die sechs Strophen auf eine Schallplatte aufzunehmen.
Die Aufnahme war gelungen und zog viel Aufmerksamkeit auf sich.

Bald danach bemerkte man, dass der Text des Liedes
auch die Pirkanmaa-Region und ganz Finnland sehr gut beschreibt.
Offensichtlich folgte zumindest teilweise daraus, dass das von vielen Finnen geliebte Kangasala-Lied im Jahre 1995, über hundert Jahre nach seiner Entstehung, eines unserer offiziellen Landeslieder wurde.


Als im Jahr 2003 seit der Entstehung des Gedichtes von Sakari Topelius 150 Jahre vergangen waren, beschloss man, dies mit einem Jubiläumsjahr zu ehren. Dafür wurde eine Veranstaltungreihe geplant, die Menschen zusammenbringen sollte, um die vereinende Bedeutung des finnischen Liedes und seinen Wert als ein Teil der Geschichte unserer Heimat und useres Volkes verständlich zu machen.
Gleichzeitig wurde im Institut für Digitale Medien der Technischen Universität Tampere ein unfangreiches Kooperationsprojekt gestartet, um die Geschichte des Kangasala-Liedes zu sammeln. Als Resultat dieser Zusammenarbeit von Fachleuten der Kultur und Technik entstand das Multimediawerk ”150 Jahre KESÄPÄIVÄ KANGASALLA – die Geschichte eines Landesliedes” zur Unterstützung kultureller und schulischer Arbeit.

Wenn Sie wollen, können Sie jetzt Einsicht in die Geschichte dieses viel gesungenen Liedes nehmen.
Sie können die Entstehungslandschaft des Gedichts vom Aussichtsturm Haralanharju aus bewundern.
Sie können seine sechs Strophen in verschiedenen Sprachen vom Englischen bis zum Esperanto spielen und singen.

Sie können sich die zahlreichen davon gemachten Schallplattenaufnahmen anhören.
Sie können sich über die Entstehung des Liedes informieren
und über die Menschen, die es berührt hat.
Sie können sich auch überlegen, warum.
Vielleicht können Sie auch in sich selbst etwas Neues finden.

Ein Bild hat oft einen Rahmen, der das Bild für den Zuschauer ausschneidet.
Ein Buch hat oft einen Einband, der das Interesse des Lesers erweckt.
Ein Lied … mit einem Lied kann man nur das Innerste des Menschen berühren.

Heikki Mäenpää
Aus dem Finnischen ins Deutsche übersetzt von Arja Nevalainen

Weitere Informationen: www.kangasala.fi/laulu

 

ICH SCHWANKTE IN HOHEN WIPFEL

ICH SCHWANKTE IM HOHEN WIPFEL

(Deutsch von Friedrich Ege)


Ich schwankte im hohen Wipfel
auf Harjulas höchster Höh ;
Weiß schimmern die blauen Wasser,
so weit nur das Auge geht.
Von Längelmäwassers Förden
dort schimmert ein Silberband
und Roines liebliche Wogen
sie küssen dort fern seinen Strand.


Ich bin nur ein schwacher Vogel
mit zartem Gefieder klein.
Doch wär ich ein Adler dort oben,
ich flög in das Blau hinein.
Und flöge und flöge weiter
hinauf zu des Höchsten Kreis
und sänke dort vor ihm nieder
und trillerte so ihm zu Preis.


Du heiliger Herr dort oben,
die Bitte des Vogels hör!
Ach, wie schön ist Deine Erde,
ach, wie ist Dein Himmel hehr!
O, lass unsre Seen strahlen
klar um unsrer Liebe Brand!
O Herr, lehr´ Du uns zu lieben,
zu lieben uns lehr´ unser Land!

(korr.R.Ewald -04)
 

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